Wenn die Politik den Therapieraum betritt

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Wie verstehen und erleben Therapeuten Politik in ihrer Arbeit mit Klienten?

Das war die zentrale Frage einer Studie der Psychologin Laura Anne Winter von der University of Manchester in Großbritannien. Bemerkenswerterweise fehlt es Ärzten trotz der Auswirkungen der Politik auf unser persönliches Leben und Wohlbefinden, ganz zu schweigen von der Welt, in der wir uns jetzt befinden, im Großen und Ganzen an Schulungen, wie sie mit ihren Patienten darin navigieren können.

Um die Untersuchung fortzusetzen, wie Kliniker Politik im Therapieraum verstehen, rekrutierte Winter Teilnehmer, die Auszubildende und Praktiker in Psychotherapie, Beratung und Psychologie waren. In der Endauszählung gab es 32 Teilnehmer, die offene Fragen beantworteten, die ihr Verständnis von Politik, ihre Gefühle und Gedanken als Reaktion auf die Politik, die Auswirkungen der Politik auf sie und ihre Kunden und ihre Bereitschaft, sich in ihrer Arbeit in der Politik zurechtzufinden, untersuchten . Von dort aus analysierte Winter die Interviews nach Themen.

Was hat ihr Team gefunden? Die Daten ergaben fünf Themen, die die Art und Weise identifizierten, wie Politik die therapeutische Arbeit durchdringt, sowohl intern als auch extern. Nachfolgend wird eine selektive Übersicht der Ergebnisse gegeben.

1. Gegen den Strom schwimmen: In der Therapie gegen die Politik arbeiten. Die Therapeuten in dieser Studie berichteten, dass die Politik einen negativen Einfluss auf das Wohlbefinden ihrer Klienten und ihr eigenes hatte. Die Analysen zeigten, dass die Therapeuten sahen, dass die Probleme ihrer Klienten oft von der Politik herrührten. Ein Therapeut sagte: „Viele der Probleme meiner nicht-privaten Klienten kommen aus Armut, [and] werden durch Sparmaßnahmen verschlechtert. Es ist schwer, das Selbstwertgefühl zu fördern, wenn ihre Umgebung sie wie Müll behandelt.“

2. Therapeutische Arbeit als Politik. Therapeuten in dieser Studie betrachteten ihre Arbeit als politisch, sowohl in der individuellen Praxis mit Klienten als auch systemisch. Ein Therapeut bemerkte: „Politik beeinflusst mich als Praktiker enorm, da ich die Stimmen hören möchte, die nicht gehört werden. Bei der Beratung kann es für mich um Empowerment gehen und den Stimmlosen eine Stimme geben.“

3. Wir müssen unsere Eindrücke von der Politik vor der Tür parken. Die Kliniker in dieser Studie berichteten, dass implizit über Politik gesprochen oder vom Klienten angesprochen wurde. Die Therapeuten waren auch der Meinung, dass, wenn Politik den Raum betreten sollte, dies aus Respekt vor ihrer Autonomie vom Klienten initiiert werden sollte. Wie es ein Teilnehmer ausdrückte: „Wir müssen unsere eigenen Eindrücke von der Politik vor der Tür parken und uns auf die Erfahrung des Kunden konzentrieren. Das ist nicht unsere Agenda und deshalb müssen wir noch mehr auf die Bedürfnisse und Erfahrungen der Kunden eingehen, ohne unsere Bedenken zu zeigen.“

4. Berufsethik und -politik: Ein Gleichgewicht finden. Therapeuten erlebten manchmal eine Spannung zwischen ihrer Berufsethik und ihrer Politik. Ein Teilnehmer teilte mit: „Politik finde ich in der Praxis sehr schwierig. Ich bin oft hin- und hergerissen zwischen der Achtung der individuellen Rechte und Überzeugungen des Klienten und dem, was ich als Gefahr einiger Arten von Politik für das Wohlergehen der Menschen in unserer Gesellschaft wahrnehmen kann.“

5. Eine Kultur des Schweigens: Fehlende Ausbildung und Unterstützung. Die Teilnehmer berichteten auch, dass sie sich schlecht vorbereitet und nicht unterstützt fühlten, als die Politik den Therapieraum betrat. Die Therapeuten stellten auch fest, dass Politik nicht in den Diskurs des größeren Berufsstandes eindringt. Ein Therapeut überlegte: „Die Psychologie hat die Politik traditionell ignoriert. Es gibt eine Kultur des Schweigens, ein Gefühl der Beklommenheit, wenn man über diese Themen spricht. Kurz gesagt: Es ist ein einsamer Prozess.“